Die Geschichte von Köllig
 
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes "Köllig" entstammt einer Urkunde aus dem Jahre 816. Die Ansiedlung wird in dieser Urkunde, die allerdings später gerfertigt wurde, mit dem Namen Colachech bezeichnet.

Für Köllig gab es im Laufe der Geschichte verschiedene Schreibweisen. In einer Urkunde aus dem Jahre 1030 wird Köllig als Coeltiche benannt. Der Name Köllig wurde wahrscheinlich von dem Personennamen Collatius abgeleitet.

Die ersten Ansiedlungen im Bereich von Köllig fanden wohl in keltischer Zeit statt. Für die nachfolgenden Epochen kann im Bereich von Köllig von einer kontinuierlichen Besiedlung dieses Bereiches ausgegangen werden. Dies belegen zahlreiche Bodenfunde die im Laufe der Zeit in der Umgebung von Köllig gemacht wurden.

Aus römischer Zeit wurden im Jahre 1906 die Fundamente und Reste eines römischen Landhauses östlich der Straße Köllig - Rehlingen gefunden. Man fand Mauerreste, mehrere Säulen und die Reste eines zertrümmerten Mosaikfußbodens. In der Literatur des Jahres 1872 wird auf den Fund von Überresten eines römischen Gutshofes mit Badeanlage etwa 0,6 km südsüdwestlich des heutigen Ortes im Bereich der Mederheck hingewiesen. Die dazugehörige Begräbnisstätte lag westlich davon.

Aus der fränkischen Zeit stammt die erste urkundliche Erwähnung von Colachech im Jahre 816. In dieser Urkunde wird ein zinspflichtiger Hof in Colachech erwähnt der die neunte Garbe vom Felde und den neunten Korb aus dem Wingert, oder sonstiges Maß, dessen sie sich bedienen, abgeben mußte. Außerdem war in dieser Urkunde ganz klar festgelegt, dass sie ihre Ernte nicht vom Felde fortnehmen durften, ohne vorher diese Gebühr entrichtet zu haben. Außerdem wurde in Köllig ein Münze dieser Zeit, ein merowingischer Triens gefunden. Die Münze kam seinerzeit zur Aufbewahrung in das staatliche Münzkabinett in Berlin.

Köllig gehörte mit dem Ort Nittel zum Herzogtum Lothringen. Im Zuge der im Jahre 1769 stattfindenden Grenzregulierungen kam Köllig mit Nittel zum Herzogtum Luxemburg und damit zur österreichischen Niederlande. Köllig gehörte im Herzogtum Luxemburg zur Probstei Grevenmacher. Im weiteren Verlaufe der Geschichte verliefen die Herrschaftsverhältnisse in Nittel, Köllig und Rehlingen weitgehend in parallelen Linien. Zunächst wurden sie nach Napoleons Eroberungskriegen dem französischen Reich einverleibt und gehörten nach der Neueinteilung der Verwaltungsbereiche zum Wälderdepartement, dem Departement de forets. Nach dem Wiener Kongreß wurde unsere Heimat preußisch. Die nachfolgenden politischen Veränderungen und Zuständigkeiten Rehlingens verliefen in Verbindung mit den Orten Nittel und Köllig und sind daher in der Beschreibung der Geschichte des Ortes Nittel beschrieben.

Der 30-jährige Krieg 1618-1648

Der 30-jährige Krieg brachte auch über die Menschen an der Obermosel viel Leid und Elend. Nachdem die Menschen an der Obermosel etwa bis zu dem Jahre 1630 von dem schlimmsten Auswirkungen dieses Krieges verschont geblieben waren, brach dann auch über unsere Heimat die ganze Härte dieses brutalen Krieges herein. Die Soldaten verschiedener Nationalitäten zogen mordend und brandschatzend durch das Land, sie folterten oder töteten die Menschen und brannten oftmals die Gehöfte oder ganze Dörfer nieder. Auch die Kölliger blieben von diesen Kriegsauswirkungen nicht verschont.
Die Sage berichtet, dass die Bewohner der Kölliger Höfe sich wegen der vielen Soldaten nicht mehr sicher fühlten. Als die Lage immer bedrohlicher wurde und die Menschen um Hab und Gut, um Leib und Leben bangten, versteckten sie sich in einer Höhle im Felsberg, genannt Felsenkeller. Durch Hunger und Krankheiten, welche sie sich in dem kalten nassen Versteck zuzogen, starben sie nach und nach. Einen Knaben nur fanden die Fischer weinend am Moselufer. Sie nahmen ihn mit sich und zogen ihn auf. Als er nach dem Kriege zurückkehrte, fand er das Dorf zerstört, sein Elternhaus ausgebrannt und teilweise eingestürzt. Ein Hollunderstrauch wuchs im Innern und ragte mit seinen Ästen zum Schornstein hinaus. Mutvoll baute er es wieder auf und gründete die erste Familie (es soll das Haus Temmes gewesen sein). Es wird berichtet, dass das Dorf Köllig nie groß war, seine Bewohner aber wohlhabend.

Schule und Kirche in Köllig

Im Jahre 1825 wurde in Köllig ein Gebäude errichtet in dem eine Ortskapelle und eine Schule untergebracht waren. Das Gebäude wurde als einfacher geputzter Bruchsteinbau von zwei Achsen mit geradem Chorschluß errichtet. Über dem Westende befand sich ein vierseitiger Dachreiter mit achtseitigem Helm. Am schlichten Westportal befand sich ein Nischenaufbau für eine Figur des heiligen Johannes des Evangelisten. Den Unterbau des Gebäudes richtete man als Kapelle ein. In ihr befanden sich ein Altar und die Statuen der Heiligen. Wie berichtet wird wurde dieser Kapellenraum später aber auch als Abstellraum für Ackergeräte benutzt. Das Obergeschoß des Gebäudes enthielt einen Schulsaal und ein kleines Schlafzimmer für den Lehrer. Die Kölliger Kinder wurden meist von Lehramtsaspiranten unterrichtet. Zum 01.09.1892 wurde die Kölliger Schule zu einer ordentlichen Lehrerstelle erhoben. Um die Jahrhundertwende zeigte sich die Notwendigkeit ein neues größeres Schulgebäude zu errichten. Schon im Jahre 1902 wurde dieses realisiert. Man errichtete ein neues Schulhaus mit einer Dienstwohnung und einem Garten für den Lehrer. Die Kosten betrugen damals 7000 Mark.
In diesem Gebäude wurden die Kölliger Kinder unterrichtet bis die Schule im Jahre 1965 im Zuge einer großen Schulreform geschlossen wurde. Seit diesem Tage gehen die Kölliger Kinder in Nittel zur Grundschule, in Wincheringen zur Hauptschule, bzw. auf die weiterführenden Schulen in Konz, Saarburg oder Trier.
Das Gebäude wird heute nach einer Renovierung und baulichen Veränderungen als Bürgerhaus genutzt.
Der Friedhof für die Kölliger Bürger befindet sich schon immer neben der Nitteler Kapelle.

Aufbruch in die Neue Welt - Die Auswanderer nach Amerika

Die allgemein gültigen Beweggründe der Menschen ihre Heimat zu verlassen und in die Neue Welt auszuwandern sind im gleichnamigen Artikel über die Nitteler Auswanderer zitiert.

Der Ackerer Nikolaus Apel, * 25.09.1841, ledig, nach Nordamerika, am 14.05.1867

Der Ackerer Johann Hein, * 18.12.1839, ledig nach Nordamerika, am 21.03.1870

Der Ackerer Peter Apel, * 14.04.1844 nach Amerika, am 25.04.1870
Mit seiner Frau Katharina Hurth, * 01.07.1833, in Nittel. Es handelt sich um eine gütliche Ehescheidung. Die Frau wird bei den Eltern bleiben, während der Mann auswandert.

Der Schuhmacher Peter Schons, 26 Jahre alt, nach Nordamerika, am 05.09.1890

Einwohnerzählungen, Einwohnerlisten u.a.

1740 7 Familien und 4 Witwen
1843 105 Einwohner
1900 135 Einwohner
1900 Schulkinder 25

 
Sitehosting: Projektwerkstatt, Konz
Screendesign: Projektwerkstatt, Konz